Weihnachtsgeschenke

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Der Geist der Weihnacht

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Der christlichen Geschichte nach wird das Weihnachtsfest zur Geburt des göttlichen Sohnes zelebriert. Tauchen wir kurz ein in die ursprüngliche Tragik dieses Ereignisses. Die weltlichen Eltern von Jesus Christus, Maria und Josef, mussten aus ihrem Land fliehen um der Ermordung ihres ungeborenen Kindes zu entkommen. Sie liefen Tage und Nächte in der eisigen Kälte des Winters, bis sie nach langem Bitten und Betteln Unterkunft in jener Scheune zu Bethlehem fanden.

Mitten im Stroh und zwischen den Tieren des Stalls gebar Maria ihr Kind. Der Überlieferung nach wies ein heller Stern, der über der spartanischen Unterkunft stand auf das Ereignis hin. Drei Könige aus fernen Landen brachten dem Kind ihre Gaben dar. Weihrauch, Myrre und Gold. Das waren zu jener Zeit wahrlich wertvolle und seltene Geschenke. Aber das wertvollste in jener Nacht war für die junge Familie, dass sie alle lebten und in ihrem kleinen Verbund der Armut und Kälte trotzten.

Genau das ist die Quintessenz des Weihnachtsfestes - die Zusammengehörigkeit spüren und schätzen, für einander da sein und sich geborgen zu fühlen. Aber was passierte mit dem Weihnachtsfest? Es wurde zu einem Konsumfest der heutigen, so genannten zivilisierten Welt umgewandelt. In den industrialisierten Ländern der Erde wird Zuneigung durch teuere Geschenke zum Ausdruck gebracht. Werte auf Gegenstände reduziert und an deren Faktoren gemessen. Ist das der moderne Geist der Weihnacht?

Viele unserer Grosseltern haben Kriege erlebt, mussten wie Maria und Josef aus ihrem Land fliehen oder wurden vertrieben. Auch sie fanden großteils den begehrlichen Unterschlupf in Zeiten der Armut und Existenzlosigkeit. Ein Weihnachten im Jahre 1945 in Deutschland sah wohl ähnlich aus, wie das des biblischen Paares.

Je weniger ein Mensch besitzt, desto mehr lernt er das zu schätzen was er hat oder bekommt. Heutzutage ist jeder Haushalt von Dinge übersättigt, die gar nicht mehr als Luxus wahrgenommen werden. Wann haben Sie sich das letzte Mal gefreut, einen Fernseher zu besitzen, um einen Film ansehen zu können? Das Glück nach dem der Mensch ständig strebt rückt immer weiter in die Unerreichbarkeit, je mehr sich sein Alltag normalisiert und als selbstverständlich empfunden wird.

Eine fette Gans zum Fest, auf die die Familie einen Monat gespart hat -heute wie in der Nachkriegszeit wieder durchaus Normalität! In Zeiten von Hartz IV, Pfandleihhäusern und fehlender Perspektiven lernt man das Glück des Alltäglichen wieder neu zu schätzen. Oftmals werden Schicksalsschläge gebraucht, um wieder einen Blick für das Wesentliche, das Existentielle zu haben.

Weihnachten steht symbolisch für Liebe, Zusammenhalt und empfundenen Glück. Weder Liebe, noch Zusammenhalt oder Glück sind käuflich. Massenhafte oder teuere Geschenke stellen lediglich eine Art Ersatzbefriedigung des eigentlichen Wunsches nach Nähe und Akzeptanz dar.

Entdecken wir den Geist der Weihnacht neu indem wir uns das Ziel setzen wieder mehr auf unsere tatsächlichen Bedürfnisse zu blicken und diese nicht durch noch so teueren Ersatz zu stillen.

Frohe Weihnachten!